Der Store von Rob Hart – Rezension

Der Store - Rob Hart – Rezension

Düstere Zukunftsvision
Der Store liefert alles. Überallhin. Der Store ist Familie. Der Store schafft Arbeit und weiß, was wir zum Leben brauchen. Aber alles hat seinen Preis. Paxton und Zinnia lernen sich bei Cloud kennen, dem weltgrößten Onlinestore. Paxton hat dort eine Anstellung als Security-Mann gefunden, nachdem sein Unternehmen ausgerechnet von Cloud zerstört wurde. Zinnia arbeitet in den Lagerhallen und sammelt Waren für den Versand ein. Das Leben im Cloud-System ist perfekt geregelt, aber unter der Oberfläche brodelt es. Die beiden kommen sich näher, obwohl sie ganz unterschiedliche Ziele verfolgen. Bis eine schreckliche Entdeckung alles ändert. (Quelle: Verlagsseite)

Buy Local ist in aller Munde, aber die Menschen kaufen aus lauter Bequemlichkeit lieber online. Davon spreche ich mich auch nicht frei und nach der Lektüre von „Der Store“ denke ich noch intensiver darüber nach als ich das ohnehin schon mache.

Wie so viele Bücher beginnt auch dieses mit einem Zitat, einem sehr alten Zitat von Benjamin Harrison, der von 1889 bis 1893 der 23. Präsident der Vereinigten Staaten war: “Wie armselig ist doch der Mensch, der einen Rock so wohlfeil verlangt, dass der Mann und die Frau, die das Tuch machen und das Gewand schaffen, dabei hungers leiden.”

Rob Hart greift hier also ein sehr aktuelles Thema auf und verpackt es in einen überaus spannenden Roman. Paxton und Zinnia bewerben sich aus unterschiedlichen bei Cloud und freunden sich schließlich an. Da beide in verschiedenen Positionen eingesetzt werden, lerne ich sehr viel über die Struktur und das System Cloud. Bisher ist das alles Dystopie, aber so weit entfernt scheint das gar nicht. Schon heute gibt es nicht nur ein riesiges Versandhaus und man mag sich gar nicht vorstellen, wie die Arbeitsbedingungen dort sind. Natürlich ist die „normale“ Welt hier genau wie in anderen Büchern dieser Art nicht mehr lebenswert, der Unterschied zwischen arm und reich ist enorm.

Rob Hart erzählt in drei Strängen. Neben Paxton und Zinnia kommt auch Gibson zu Wort, der Gründer von Cloud. Er ist inzwischen ein alter kranker Mann und zieht in seinen Blogbeiträgen Resümee. Die Anfänge und seine Intention waren lobenswert und ich fange sogar an, ihn zu mögen. Oder drückt er nur auf die Tränendrüse?

Das Buch lässt mich mit etwas gemischten Gefühlen zurück. Einerseits finde ich es inhaltlich sehr authentisch, allerdings nur bis zu einem gewissen Punkt. Ab da wurde es für mich ein bisschen zu übertrieben und das zerstörte für mich den bis dahin guten Eindruck etwas.

Die Geschichten von Zinnia und Paxton hingegen fand ich bis zum Schluss sehr spannend und glaubwürdig. Die zwei total unterschiedlichen Charaktere ergänzen sich unglaublich gut und beide hatten von Anfang an meine Sympathie.

Der Schreibstil ist sehr gut lesbar, Rob Hart schreibt schnörkellos und das passt fantastisch zu seiner düsteren Zukunftsvision.

Fazit zu “Der Store”: Trotz der wenigen Kritikpunkte finde ich das Buch wichtig und gut lesbar. Es macht nachdenklich und bleibt lange im Gedächtnis.

Über Rob Hart:
Rob Hart hat als politischer Journalist, als Kommunikationsmanager für Politiker und im öffentlichen Dienst der Stadt New York gearbeitet. Er ist Autor einer Krimiserie und hat zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht. »Der Store« ist sein erster großer Unterhaltungsroman. Rob Hart lebt mit Frau und Tochter auf Staten Island.

Von | 2019-10-19T13:05:09+02:00 19/10/2019|Kategorien: Dystopie, Rezension|Tags: , , , |0 Kommentare

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