20. Jahrhundert

Antonias Tochter von Nora Elias – Rezension

Bewegend, dramatisch und wunderschön Köln 1945: Kurz vor Kriegsende flieht Antonia von Brelow von ihrem Landgut in Preußen ins einstmals prachtvolle Stadthaus der Familie in Köln. Um Geld zu verdienen, sieht sie sich gezwungen, Zimmer des Hauses zu vermieten. So bildet sie schließlich eine Gemeinschaft mit der Tänzerin Elisabeth, der Krankenschwester Katharina, dem Arzt Georg und ihrem intriganten Schwager Richard. Alle Bewohner des Hauses haben eine Vergangenheit, von der sie niemandem erzählen. Doch das größte Geheimnis hütet Antonia selbst: die Identität des Vaters ihrer kleinen Tochter Marie. Gemeinsam mit Georg, zu dem sie sich immer stärker hingezogen fühlt, tritt Antonia schließlich eine Reise zum dunkelsten Punkt in ihrem Leben an... (Inhaltsangabe Amazon) Die bewegende Geschichte über die illustre Hausgemeinschaft ist im Nachkriegsköln angesiedelt und thematisiert den hungrigen Alltag und den Versuch, wieder ein bisschen Normalität in diesen zu bringen. Schon nach wenigen Zeilen habe ich mich [...]

Der letzte Sommer von Helen Simonson – Rezension

Wunderschön und gefühlvoll Im Sommer 1914 besucht der Medizinstudent Hugh seine geliebte Tante Agatha, deren Ehemann ein hoher Beamter in der Regierung ist. Er wird begleitet von seinem Cousin Daniel, der von einem Leben als Poet und englischer Gentleman träumt. Agatha besteht darauf, dass das Säbelrasseln auf dem Balkan unbeachtet verklingen wird und dass König, Kaiser und Zar wie immer in ihren Sommerurlaub gehen werden. Zudem ist sie mit weitaus Wichtigerem beschäftigt: Seit kurzem ist sie Mitglied des örtlichen Schulbeirates und befürwortet die Einstellung einer weiblichen Lehrkraft. Als Beatrice Nash mit einem Schrankkoffer und riesigen Bücherkisten in der Kleinstadt ankommt, ist schnell klar, dass sie deutlich freidenkender – und attraktiver – ist, als eine Lateinlehrerin es sein sollte. Beatrice, die kürzlich ihren Vater verloren hat, will vor allem in Ruhe gelassen werden. Ihre ganze Energie fließt in ihre Schriftstellerei und in das Entmutigen möglicher Heiratskandidaten. Nichts ist Beatrice wichtiger [...]

Von | 2019-03-27T09:30:32+02:00 04/01/2017|Kategorien: Historisch, Rezension|Tags: , , , , |0 Kommentare

Das Vermächtnis des Vaters von Jeffrey Archer – Rezension

Es geht sehr spannend weiter! Harry Clifton, aufgewachsen bei den Hafendocks in Bristol, und Giles Barrington, Nachkömmling einer großen Schifffahrt-Dynastie, verbindet seit ihrer Jugend eine tiefe Freundschaft. Aus der Enge des Arbeitermilieus hat Harry es auf eine Eliteschule geschafft und steht als junger Mann jetzt an der Seite seiner großen Liebe Emma, der Schwester von Giles. Mit dem Eintritt Englands in den Zweiten Weltkrieg 1939 werden die Schicksale beider Familien erschüttert. Giles gerät in Kriegsgefangenschaft und Harry verschlägt es von Bristol nach New York, wo er eines Mordes angeklagt und verhaftet wird. Emma, macht sich auf, um den Mann zu retten, den sie liebt ... (Klappentext)   Ich habe im letzten Jahr Jeffrey Archer für mich entdeckt. Der erste Teil der Clifton Chronicles hat mir so gut gefallen, dass ich auch den zweiten Teil unbedingt lesen wollte. Mir ist es schon oft und gerade bei Autoren, die mir noch nicht [...]

Gehe hin, stelle einen Wächter von Harper Lee – Rezension

20 Jahre später … Harper Lee hat bisher nur einen Roman veröffentlicht, doch dieser hat der US-amerikanischen Schriftstellerin Weltruhm eingebracht: „Wer die Nachtigall stört“, erschienen 1960 und ein Jahr später mit dem renommierten Pulitzer-Preis ausgezeichnet, ist mit 40 Millionen verkauften Exemplaren und Übersetzungen in mehr als 40 Sprachen eines der meistgelesenen Bücher weltweit. Mit „Gehe hin, stelle einen Wächter“ – zeitlich vor „Wer die Nachtigall stört“ entstanden – erscheint nun das Erstlingswerk. Das Manuskript wurde nie veröffentlicht und galt als verschollen – bis es eine Freundin der inzwischen 89-jährigen Autorin im September 2014 fand. In „Gehe hin, stelle einen Wächter“ treffen wir die geliebten Charaktere aus „Wer die Nachtigall stört“ wieder, 20 Jahre später: Eine inzwischen erwachsene Jean Louise Finch, „Scout“, kehrt zurück nach Maycomb und sieht sich in der kleinen Stadt in Alabama, die sie so geprägt hat, mit gesellschaftspolitischen Problemen konfrontiert, die nicht zuletzt auch ihr Verhältnis zu [...]

Spiel der Zeit von Jeffrey Archer – Rezension

Der Aufstieg eines Außenseiters England um 1930: Der junge Harry Clifton wächst an den Hafendocks von Bristol heran, seine Mutter Maisie muss sich mit harter Arbeit durchschlagen. Um den Tod von Harrys Vater, der angeblich im Krieg gefallen ist, rankt sich ein Geheimnis. Harrys Leben nimmt eine Wendung, als er das Stipendium für eine Eliteschule erhält. Er tritt ein in die Welt der Reichen und lernt Giles Barrington sowie dessen Schwester Emma kennen, Erben einer Schifffahrts- Dynastie. Harry verliebt sich in Emma, ohne zu ahnen, dass die Schicksale ihrer Familien auf tragische Weise miteinander verknüpft sind ... (Klappentext) Ich kannte Jeffrey Archer bisher nicht und bin sehr froh, dass ich durch Zufall auf dieses Buch gestoßen bin. Denn schon nach ein paar Seiten hat mich Jeffrey Archer mit seinem ruhigen und anschaulichen Schreibstil überzeugt und mich neugierig auf die Familiengeschichte der Cliftons und Barringtons gemacht. Jeffrey Archer erzählt aus der [...]

Der dunkle Weg von Susanne Goga – Rezension

Der Preis der Freiheit Hamburg 1912: Gegen den Willen ihrer Eltern begibt sich die Kaufmannstochter Ida auf eine gewagte Reise: fort von ihren Pflichten, auf nach Irland. Dublin empfängt sie weltoffen, kreativ und gegensätzlich – genau die Abwechslung, die Ida gesucht hat. Schnell findet die junge Künstlerin Arbeit, schließt Freundschaften und lernt den Arzt Cian kennen – und lieben. Voller Zuversicht hofft Ida auf eine Zukunft mit ihm, eine eigene Familie, ein neues Leben in Irland. Doch Europa stehen blutige Zeiten bevor, und bald muss Ida um ihre Träume kämpfen. (Klappentext)   Als ich mich mit der jungen Deutschen Ida auf die Reise nach Irland begeben habe, wusste ich nicht, was Ida dort erwarten wird. Susanne Goga hat es mit wunderbaren Beschreibungen geschafft, mir die grüne Insel und die Hauptstadt Dublin schnell nah zu bringen. Durch Idas Augen erkunde ich die Stadt und lerne wunderbare und interessante Menschen kennen. Ich [...]

Das Leben der Rebecca Jones von Angharad Price – Rezension

Ein ruhiges Fest für meine Augen Rebecca Jones wird Anfang des letzten Jahrhunderts auf einer Farm in Wales geboren. Die Familie ihres Vaters hat seit über tausend Jahren das Land dort bewirtschaftet. Doch sie hat auch Gelehrte, Dichter und Übersetzer hervorgebracht. Eine ochsenblutrote Truhe im Haus birgt alte Ausgaben, eine Fundgrube für die wissbegierige Rebecca. Doch es sind Rebeccas Brüder, William und Gruff, die blind zur Welt kommen, und Lewis, der im Kindesalter erblindet, denen Bildung und Wissen zuteil werden. Ihre Behinderung führt sie aus dem Tal in eine akademische Welt außerhalb von Wales. Rebecca und ihr Bruder Bob bleiben zurück. Das Leben der Familie inmitten der malerischen Natur ist bescheiden und geprägt vom Rhythmus der Natur und der Landarbeit. Bob übernimmt die Farm, obwohl leidenschaftlicher Leser und politischer Aktivist. Rebecca arbeitet als Näherin und wird, unverheiratet und kinderlos, zum Anker der Familie. (Klappentext) Ich bin oft skeptisch, wenn Bücher [...]

Von | 2018-05-22T11:57:44+02:00 05/01/2015|Kategorien: Historisch, Rezension|Tags: , , , |1 Kommentar

Sturz der Titanen von Ken Follett – Rezension

Die Geschichte unseres Jahrhunderts! DREI LÄNDER. DREI FAMILIEN. EIN JAHRHUNDERT. Die große Familiensaga von Ken Follett, Autor der Bestseller DIE SÄULEN DER ERDE und DIE TORE DER WELT. 1914. In Europa herrscht Frieden, doch die Weltmächte rüsten zum Krieg. Ein einziger Funke könnte dieses Pulverfass entzünden. Der Schatten des drohenden Konflikts fällt auf die Lebenswege mehrerer Familien aus verschiedenen Ländern, die sich über ein ganzes Jahrhundert immer wieder kreuzen werden. - Ethel Williams, Kind einer Bergmannsfamilie aus Wales, ist Dienerin im Haus von Earl Fitzherbert. Als sie von ihm ein Kind erwartet, wird sie in Schande entlassen. Aber Ethel lässt sich nicht entmutigen und beginnt, während die Männer ins Feld ziehen, für die Rechte der Frauen zu kämpfen. - Walter von Ulrich, Spross einer Adelsfamilie, sehnt sich nach einem demokratischen Deutschland. In London verliebt er sich in die emanzipierte Lady Maud. Am Tag vor der deutschen Kriegserklärung an Russland heiraten sie heimlich. [...]

Von | 2018-05-22T11:57:46+02:00 11/11/2014|Kategorien: Historisch, Rezension|Tags: , , , , |1 Kommentar

Der Zug der Waisen von Christina Baker Kline – Rezension

„Was, wenn niemand mich will?“ New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse, denn nur die wenigsten von ihnen erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor ... Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen Einundneunzigjährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen. (Klappentext)   „Ich glaube an Geister“ … so beginnt der Prolog, in dem die mittlerweile 91- jährige Vivian ein bisschen über sich erzählt. Schon da überkam mich ein leichter Schauer, denn zwischen den Zeilen paaren sich Traurigkeit mit Mut. Eine eigenwillige Mischung, die Vivian bei ihrem Weg geholfen [...]

Von | 2018-05-22T11:57:46+02:00 28/10/2014|Kategorien: Gegenwart, Historisch, Rezension|Tags: , , , , |2 Kommentare

28 Tage lang von David Safier – Rezension

Spannung und Tränen Was für ein Mensch willst Du sein? Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage. 28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt. 28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört. 28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben. 28 Tage, um eine Legende zu werden. (Klappentext)   Bücher über den Holocaust sind wichtig und ebenso wichtig ist es, dieses Thema auch der jungen Generation nahe zu bringen. Dies ist David Safier mit „28 Tage lang“ gelungen. Die Tage im Warschauer Ghetto lässt er die 16-jährige Mira aus ihrer Sicht erzählen. Ihre Konflikte, ihre Ängste, ihre Gefühle, ihr Hass, all das erlebe ich hautnah. David Safier [...]