Poesie

Und jetzt lass uns tanzen von Karine Lambert – Rezension

Liebe kennt kein Alter Beinahe wären sie einander nie begegnet: Marcel, der den Sternenhimmel liebt, und Marguerite, die nur dem Tag Schönheit abgewinnen kann. Er, für den nur die Freiheit zählt, und sie, die ausnahmslos allen Regeln folgt. Doch dann verlieren beide ihre langjährigen Ehepartner. An diesem Wendepunkt in ihrem Leben treffen Marguerite und Marcel aufeinander und stellen überrascht fest, dass sie über die gleichen Dinge lachen. Wagen sie es auch, noch einmal zu lieben? (Inhaltsangabe Amazon) Ist das Verlieben im Alter tatsächlich so ein Drahtseilakt, wie es auf dem überaus gelungenen Cover dargestellt wird? Es ist auf jeden Fall anders, wenn man die Unbeschwertheit und Spontanität der Jugend schon lange abgelegt hat. Marguerite wurde ihr Leben lang von einem verstockten und überaus korrekten Ehemann dominiert. Es beginnt mit seiner Beerdigung und schon da wird ihre Entscheidungsunfreudigkeit deutlich: "Ich bin achtundsiebzig Jahre alt, was soll ich [...]

Von | 2019-03-25T12:09:44+02:00 05/06/2017|Kategorien: Gegenwart, Liebe & Beziehung, Rezension|Tags: , , , , |0 Kommentare

Der Club der Traumtänzer von Andreas Izquierdo – Rezension

So leicht, so zauberhaft und doch so tiefsinnig! Gabor Schöning sieht gut aus, ist erfolgreich, und die Frauen liegen ihm zu Füßen: Die Welt ist für ihn wie ein großer Süßwarenladen. Außerdem ist Gabor ein Mistkerl. Er schreckt vor nichts zurück, um seine Ziele zu erreichen. Doch dann fährt er mit dem Auto die Direktorin einer Sonderschule an. Und die kennt sich mit Schwererziehbaren wie ihm bestens aus. Als Wiedergutmachung soll Gabor fünf Sonderschülern Tango beibringen. Das Problem ist nur, dass alle Schüler einen IQ unter 85 und eigentlich keinen Bock auf Tanzen haben. Die Sache gerät außer Kontrolle: Die Kids stellen sein Leben auf den Kopf, sein ärgster Konkurrent wittert die große Chance, ihn aus der Firma zu drängen, und zu allem Überfluss verliebt er sich in eine Frau, die ihm nicht gleich zu Füßen liegt. Als eines der Tangokids schwer erkrankt, setzt Gabor alles auf eine Karte – [...]

Von | 2018-05-22T11:57:46+02:00 23/10/2014|Kategorien: Gegenwart, Rezension|Tags: , , , , |0 Kommentare

Und dann kam Paulette von Barbara Constantine

  Märchenhaft schön Seit dem Tod seiner Frau lebt Ferdinand alleine auf seinem großen Hof. Als seine Nachbarin Marceline in Not gerät, bietet er ihr eine Unterkunft. So nach und nach erwacht der Bauernhof zum Leben und bietet Platz für eine bunt zusammen gewürfelte Wohngemeinschaft. Dies ist eine Geschichte über das Leben und seine Zufälle. Sie thematisiert das „älter werden“ auf eine sehr liebevolle Art. In diesem Buch ist selbst das Sterben schön und sanft. Die Geschichte lebt von ihren skurrilen Charakteren, die sich im Laufe der Geschichte weiter entwickeln und mir sehr nah kommen. Jeder ist auf seine Art liebenswert und es ist niemand dabei, den ich total ablehne. Leben bedeutet Veränderung und auch diese bizarre Wohngemeinschaft befindet sich im ständigen Wandel. Es hat mich berührt und es hat mir Spaß gemacht, für eine Zeit lang ein Teil dieser ungewöhnlichen Gemeinschaft zu sein. Barbara Constantine schreibt sehr direkt und [...]

Von | 2018-05-22T11:58:00+02:00 07/04/2013|Kategorien: Gegenwart, Rezension|Tags: , , , , , |0 Kommentare

Das Glücksbüro von Andreas Izquierdo

  Magie in seiner schönsten Form   Auf den ersten Blick erscheint Albert Glück als ein Beamter wie er im Buche steht. Er hat alle die Eigenschaften, die man von einem Beamten erwartet, so schön verschroben, so schön korrekt, so schön grau. Und … kaum zu glauben … er lebt in seinem Amt und ist damit glücklich und zufrieden. Doch eines Tages liegt auf seinem Schreibtisch ein ganz besonderer Antrag und der führt ihn zu Anna. Sie ist das Gegenteil von Albert. Erst zögerlich, aber dennoch unaufhaltsam bringt sie die Liebe in sein Leben, macht sie sein Leben bunt, alles verändert sich und Albert macht seinem Nachnamen alle Ehre. Anfangs hatte ich einfach nur eine amüsante Geschichte erwartet. Ich  habe vieles wieder erkannt, da ich selbst in einem „Amt“ beschäftigt bin. Zunächst musste ich noch herzhaft lachen über die Gepflogenheiten in Alberts Amt. Und dann … so ganz langsam … [...]

Von | 2018-05-22T11:58:01+02:00 11/03/2013|Kategorien: Gegenwart, Rezension|Tags: , , , , , |2 Kommentare

Tristan – eine Chronik über den Zeitgeist des 21. Jahrhunderts von Paul Sandmann

  Die Poesie der Worte Tristan ist erfolgreich, jung, schön und auf der Suche … nach dem Perfekten, nach der Liebe. Schon nach den ersten Sätzen war ich angetan von Tristan und dem Schreibstil von Paul Sandmann. Ich glaube, ich habe noch nie so eine schöne und innige Beschreibung eines Kusses gelesen. Das hat mich total neugierig gemacht und ich habe mich entführen lassen nach London. Hier pulsiert das Leben und regiert das Geld. Mit Tristan bin ich hautnah dabei. Ich bekomme Einblicke in das aufregende Leben des jungen Investmentbankers. Ich werde Zeuge seiner Liebeleien und darf hinter die Kulissen der Finanzkrise blicken. Obwohl ich weiß, welches schlimme Ende  bevorsteht, finde ich diese Hintergründe sehr spannend. Begebenheiten aus Tristans Leben wechseln sich ab mit Betrachtungen über das Leben allgemein und natürlich auch die Liebe. Ich bin nicht immer einer Meinung mit Tristan, aber ich finde seine Ansichten sehr interessant. Manchmal [...]

Von | 2018-05-22T11:58:02+02:00 03/03/2013|Kategorien: Gegenwart, Rezension|Tags: , , , , |0 Kommentare

Das geheime Prinzip der Liebe von Hélène Grémillon

Unter den Kondolenzbriefen zum Tod ihrer Mutter findet Camille den Brief eines Unbekannten. Das ist der erste von mehreren Briefen, in dem Louis ihr die Geschichte seiner großen Liebe Annie erzählt. Ich war zunächst skeptisch, da ich Romane in Briefform nicht so gerne mag. Durch dieses wunderbare Buch wurde ich eines Besseren belehrt, was mit Sicherheit auch daran liegt, dass die Briefe von Louis eher in Romanform als in Briefform verfasst sind. Nach jedem Brief kann ich immer wieder an den Gedanken von Camille teilhaben, die in der Ich-Form erzählt werden. Beim Lesen schlüpfe ich in ihre Haut, ihre Emotionen vermischen sich mit meinen. Das ist das Besondere an diesem Roman, die Geschichte von Annie berührt mich genau so sehr wie Camille. Es entsteht eine ganz feine Spannung, die ich manchmal gar nicht aushalten kann, so sehr möchte ich wissen, wie es weiter geht. Der Hauptteil der Geschichte spielt während [...]

Von | 2018-05-22T11:58:11+02:00 21/04/2012|Kategorien: Gegenwart, Rezension|Tags: , , , , , |0 Kommentare

Der Poet der kleinen Dinge von Marie-Sabine Roger

Ein kleiner Ort in der Normandie ist Schauplatz für diese nicht alltägliche und sehr berührende Geschichte. Alex, die es nie lange an einem Ort aushält … Gerard, durch seine Behinderung zu einem Leben am Fenster verdammt … Olivier, der mit seinen Bierdosen einen Staudamm bauen will und Cedric, der seit der Trennung von seiner Traumfrau in Melancholie versinkt, sind die Hauptdarsteller in dieser skurrilen Erzählung. Als die „Vier“ sich begegnen, beschreiten sie gemeinsam neue Wege … Wer die Bücher von Anna Gavalda mag, wird auch dieses Buch lieben. In kleinen aber feinen Kapiteln beschreibt Marie-Sabine Roger die Alltäglichkeiten ihrer 4 Persönlichkeiten. Sie bedient sich dabei einer sehr klaren und direkten Sprache, deren Poesie man erst auf den zweiten Blick erkennt. Sie lässt Alex und Cedric abwechselnd erzählen … im Präsens und dadurch ist alles so unglaublich nah. Augenscheinlich hässliche Dinge werden auf ihre Art schön, ich betrachte z. B. den [...]

Von | 2018-05-22T11:58:12+02:00 04/03/2012|Kategorien: Gegenwart, Rezension|Tags: , , , |0 Kommentare

Die Bücherdiebin von Markus Zusak

Viel zu lange hat die Geschichte der kleinen Liesel Meminger in meinem Regal gestanden. Liesel wird 1939 im Nazideutschland in eine Pflegefamilie aufgenommen. Sie beginnt zu stehlen … Bücher, diese werden ihre große Leidenschaft und sichern ihr das Überleben in diesen schweren Zeiten. Einige wundersame Gestalten kreuzen ihren Weg, es ist eine Geschichte von Freundschaft und von der Kunst zu überleben. Die Aufmachung ist außergewöhnlich, schon das Cover besticht durch seine Eindringlichkeit. Die einzelnen Kapitel haben Überschriften, die vorzüglich zu dem folgenden Text passen. Kurze Einwürfe und Erklärungen lockern die Geschichte immer wieder auf. Außergewöhnlich ist auch die Erzählweise, der Tod erzählt uns die Geschichte von Liesel Meminger und ihren Büchern. Er macht es kameradschaftlich, fast menschlich, spricht den Leser immer wieder persönlich an. Ich habe erst kürzlich ein Buch gelesen, da hat mich dieses „Kumpelhafte“ enorm gestört, aber hier fand ich es schön und irgendwie beruhigend. Ich muss allerdings [...]

Von | 2018-05-22T11:58:13+02:00 05/02/2012|Kategorien: Historisch, Rezension|Tags: , , , , , |0 Kommentare